Wozu Kompromisse? Selten haben wir einen kompromissloseren Sauvignon Blanc als den Terra S. vom Weingut Oberguess getrunken. Und weil dieser Artikel im letzten Jahr entstanden ist und es damals den Terra S. von oberguess nicht mehr gab, haben wir den Artikel geschoben. Bis jetzt. Jetzt gibt´s den Wein wieder. Wir haben versucht zu klären, wie es zu so einem Rabauken von Wein kommen kann. Und was man sich als Winzer denkt. Dazu mussten wir den natürlich fragen: Christian Krampl heißt er, der Önologe am Weingut Oberguess. Und Kompromisse scheinen sowieso nicht so sein Ding zu sein.

oberguess kollage

oberGuess Impressionen

Bevor Christian Krampl aber seine Kompromisslosigkeit richtig ausleben durfte, war er als Kellermeister im Weinimperium der Familie Polz tätig. Wir beteiligen uns mal an der Gerüchteküche: „…angeblich war seine streitbare Art nicht der ganz passende Baustein im machtigen Polz-Wein-Konstrukt. Anfang 2010 übernahm Krampl dann den elterlichen Hof – also das heutige Weingut Oberguess endgültig. Bereits 2008 entstanden die ersten Weine aus eigener Produktion unter dem Label »oberGuess« – das ist übrigens der Vulgo-Name des Hofs der seit angeblich 500 Jahre im Familienbesitz steht. Ein sehr nette Lage am Schlossberg in Leutschach

weingut oberguess

Weingut oberGuess

, direkt neben dem alten Grenzübergang. Knapp sechs Hektar werden naturnah bewirtschaftet. Dabei entstehen auf 600 Metern Seehöhe regionstypische Weine wie sie sein sollten. Alles Spontangärungsmonster denen die schonende Behandlung im Keller, fern jeglichem Hightech-Schnickschnacks gut tun. Lagern tun die Krampl-Weine in 600-Liter-Eichenholzfässern. Kosten sollte man die Weine unbedingt vor Ort. Den Weg dorthin zu finden ist nicht leicht – aber die Mühe wert. Eine entzückende Lage, ein wunderschön revitalisierter Hof und eine Buschenschank der Sorte „Geheimtipp“ entschädigen für die eher lange Anreise. Und vielleicht gibt´s ja die Möglichkeit den Meister selbst zu sprechen. Wir empfehlen ein paar „Halbwahrheiten“ über Wein aus Österreich fallen zu lassen. Sofern man ruppiges Echo verträgt. Wir fanden es lustig, wie Christian Krampl da gleich sein Temperament zeigt! Passend zum Gemüt des Winzers präsentieren sich ja auch seine Weine. Genauer betrachten wollen wir den Terra S. – einen Sauvignon Blanc, der irgendwie dem Winzer sehr ähnlich zu sein scheint.

oberGuess // terra-s

oberGuess // terra-s

Ein bisserl gelb und bisserl grün erscheint er, der Terra S.  – jedenfalls der, den wir getrunken haben. 2012 war das. Kräuterwürze kann man ihm jedenfalls unterstellen. Und  Tropenobst. Am Gaumen geht´s dann ab:  „Saftig“ passt selten so gut zu einem Sauvignon Blanc, ein klein wenig Extraktsüße, hier und da ne Grapefruit, und eindeutig Zitrus im Abgang … und zwar echt lang! Ein Wein, der im Gedächtnis bleibt. Positiv oder negativ. Aber jedenfalls.

Ein Wein, den wir als absolute Kostempfehlung bezeichnen wollen. Und genau das kann man je jetzt wieder. Ob jeder davon auch gleich ne Flasche trinken will…das können wir nicht beurteilen. Wir haben es getan. Schön öfter. Nichts anderes würden wir uns auch behaupten trauen. Sie sehen: die Aura des Christian Krampl wirkt lange.

Als Lied zu diesem Wein haben wir etwas gewählt, dass mehr als offensichtlich ist, wenn man die tätowierten Unterarme des Winzers mal gesehen hat:

ZWECKDIENLICHES:

Weingut OBERGUESS

8463 Leutschach
Schlossberg 9
T. 0664/438 08 38
F. 03454/636 61
office@oberguess.com
www.oberguess.com

6 Responses to Oberguess – Sauvignon Blanc Terra S.

  1. Ingo sagt:

    Liebe Flaschendreher,

    vor ein paar Jahren waren wir im Kreuzwirt essen, und Christian Zach schenkte erstmal einen Weißwein ein, den wir bis dahin nicht kannten, der uns aber sofort begeisterte. Von oberGuess hatten wir bis dahin noch nichts gehört gehabt, also machten wir uns ein paar Wochen später auf den Weg dorthin. Nachdem es noch keinerlei Hinweisschilder gab und auch noch gar nicht richtig eröffnet war, waren wir schlussendlich erleichtert, dieses Kleinod erreicht zu haben.

    Was für eine Lage! Magisch!

    Jedenfalls sind wir seitdem oft dort zu Gast gewesen, und wir haben immer wieder natürlich auch Weine eingekauft, sie sind wirklich beeindruckend

    Und euer Artikel brachte mich dazu, gestern spontan wieder dorthin zu fahren, lange mit Mutter Krampl zu plaudeern, und dann auch noch eine ganze Weile mit Christian über Gott, Wein und die Welt.

    Übrigens sagte er, daß ihr sicher nicht 2012 einen Terra S getrunken haben könnt, den gibt’s erst sein 2013. Seine Worte waren nur etwas deftiger 😉

    Ich habe nach einigen Achterln und einer hervorragenden Brettljause natürlich ein paar Flaschen Terra S mitgenommen, aber auch vom Sauvage – der ist wieder eine andere Geschichte. Aber leider jetzt ausverkauft 😉

    Und natürlich lasse ich sie mindestens 3-5 Jahre liegen, sie nicht jetzt noch viel zu kantig.

    Ich hoffe, wir sehen uns mal wieder, in der Zwischenzeit würde es mich freuen, wieder mehr in eurem Blog zu lesen…

    LG,
    Ingo

  2. EC sagt:

    Hört sich so an, als ob das mal wieder ein so gar nicht typischer Sauvignon ist. Vielleicht so untypisch wie der SB von Werlitsch aus der näheren Umgebung! Klingt jedenfalls spannend!

    • fwonisch sagt:

      sorry für die späte meldung: is jedenfalls sehr spannend und einen besuch wert! hat stilistisch mit werlitsch wenig zu tun…aber nicht alles was spannend ist muss (lange) maischestandzeit gehabt haben.

  3. christian krampl sagt:

    hallo lieber flaschendreher, danke für den netten eintrag&einen der grössten songs aller zeiten!!

    • fwonisch sagt:

      freut uns, dass der artikel „gefällt“…auch wenn wir uns im weinjahr vertan haben….sorry. und wegen des songs: tja, so sind wir halt!

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